Positives Denken – Können wir unsere Gedanken beeinflussen? – Taylor Phoenix

Positives Denken – Können wir unsere Gedanken beeinflussen?

Steuern wir unsere Gedanken oder steuern sie uns? Manchmal scheint es so, als ob sie über uns bestimmen. Es scheint so, als ob unsere Gedanken sowohl uns als auch unsere Stimmungen kontrollieren, so dass wir uns regelrecht ferngesteuert vorkommen. Um das zu verstehen, ist zuerst einmal die Frage zu klären wann und wie Gedanken entstehen. Eigentlich sind wir der Meinung willentlich zu denken und zu entscheiden. Es gibt aber auch vielzählige Momente, bei denen äußere Einflüsse in uns Reaktionen auslösen, die intuitiv entstehen und von unseren Erfahrungen und Wahrnehmungen gelenkt werden. Diese physiologischen und neuronalen Abläufe wirken bereits auf uns bevor wir uns ihrer bewusst werden. Unsere Reaktionen, die wir daraufhin zeigen, sind abhängig von unseren gesammelten Erfahrungen unserer Lebenseinstellung.

Ist deine Prägung pessimistisch oder optimistisch. Nehmen wir `mal an, dein Chef möchte dich überraschend sprechen. Was denkst du? Erwartest du ein ernstes Gespräch, vielleicht sogar eine Rüge, oder freust du dich, weil du dir sicher bist, dass du für deine erbrachte Leistung ein Lob bekommst? Oder du bist selbst der Vorgesetzte und der Betriebsrat möchte dich unbedingt sprechen. Welche Gefühle und Gedanken entstehen dabei in dir? Erwartest du wieder ein zeitraubendes Gespräch, in dem dein Führungsstil angezweifelt wird, oder freust du dich, weil der Austausch mit dem Betriebsrat immer produktiv war.

Deine Weltanschauung entscheidet über deine Reaktion in diesen Fällen. Wenn du Ärger vermutest, gehst du mit dieser Einstellung zum Gespräch und es wird höchstwahrscheinlich in einer angespannten Atmosphäre stattfinden. Umgekehrt freust du dich auf den Austausch und dein Gesprächspartner wird dein Verhalten spiegeln. Mit unseren Gedanken bereiten wir uns auf das Gespräch vor. Es kommt zur sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiung.

Zwillingsstudien belegen, dass auch unsere Gene einen Einfluss auf eine pessimistische oder optimistische Lebenshaltung haben. Sie ist also teilweise angeboren. Aber den größten Teil gucken wir uns von den Erwachsenen, besonders von den Eltern, ab. Aber es gibt tatsächlich die Möglichkeit sich umzuprogrammieren. Studienteilnehmer, die einige Tage aufgeschrieben haben, was sie glücklich macht, klagten in den Monaten danach deutlich weniger über körperliche Beschwerden und gingen weniger zum Arzt als eine Vergleichsgruppe. Sie fühlten sich insgesamt glücklicher.

Diese Autosuggestion ist unter Sportlern sehr ausgeprägt. Sie stellen sich ihren Erfolg vor. Sie erleben den Jubel beim Torschuss, den Wurf über die benötigte Weite zum Sieg, der erfolgreiche Stand nach dem Reckturnen oder vieles mehr. Studien beweisen, dass bei gleicher Voraussetzung der Sportler im Wettkampf besser abschneidet, der mehr von sich erwartet. Diese Selbstwirksamkeitserwartung wird teilweise zur Religion stilisiert. Für jeden und alles gibt es Ratgeber über „positives Denken“.

Das fokussieren auf die Einstellung „Alles wird gut, wenn du nur positiv denkst.“ und das dabei oft einhergehende Ignorieren der Realität kann auch gefährlich sein. Denn es können äußere Umstände herrschen, die du nicht beeinflussen kannst. Oder du hast noch unbekannte Glaubenssätze, die es dir unmöglich machen eine schwierige Situation zu meistern. Dann geht es dir doppelt schlecht, weil du nach dieser Einstellung nicht genug positiv gedacht hast. Studien haben gezeigt, dass Optimisten auch in ausweglosen Situationen immer noch positiv denken und sich dabei aufarbeiten. Das erhöht deutlich die Stresswerte und kann sehr gefährlich für die Gesundheit sein.

Ein gesunder Realismus gepaart mit pragmatischem Optimismus ist ein guter Nährboden für die Bewältigung des Alltags. Dabei ist pragmatisch im doppelten Sinne des Wortes zu verstehen, sowohl realitätsorientiert als auch handlungsbezogen. Mit Begeisterung, Hartnäckigkeit und Bodenhaftung überzeugt zu sein es zu schaffen trotz der vielen Widrigkeiten des Lebens. Damit schaffst du keine neue Wirklichkeit, aber du glaubst an die Veränderung der Realität und an deren Neugestaltung. Das gibt dir Zuversicht und die notwendige Standfestigkeit.

Optimismus ist erlernbar, aber nur, wenn du tatsächlich Erfolge erleben kannst. Sind deine Ziele zu weit und zu hoch – also kurzfristig nicht erreichbar – fehlen dir die Erfolge, die dich motivieren weiterzumachen. Mit Zielerreichung passiert in unserem Gehirn etwas Angenehmes: Es kommt zu einem kurzen und wohltuenden Dopamin-Ausstoß. Damit belohnt dich dein Gehirn. Diese Dopamin-Stöße funktionieren nach ähnlichem Muster wie eine Sucht: Die Zielerreichung und somit der Glaube an dich selbst – dein Optimismus – verleitet dich dazu, neue Herausforderungen zu suchen, deren Bewältigung dich mit diesem Kick belohnen. So beginnt deine durch Optimismus initiierte „Glücksspirale“. Also denke positiv, stecke dir kleinere und erreichbare Ziele und bleibe dabei Realist. Dadurch wirst du glücklicher und bleibst gesünder.

Dieter Millig
 

Dieter Millig ist Gründer und CEO der E-Commerce Passion GmbH, unter deren Dach sich auch die Marke TAYLOR PHOENIX findet. Wenn er nicht gerade das Unternehmen leitet, liebt er es sich mit Freunden zu treffen, Sport zu treiben, neue Länder zu erkunden und Tapas zu genießen.

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